Großes Orchester in der Stadthalle Sigmaringen

18.00 Uhr

Sinfonieorchester der Musikhochschule Trossingen
Leitung: Sebastian Tewinkel
A. Webern, A. Bruckner

Anton Webern: Sechs Orchesterstücke op. 6, reduzierte Fassung von 1928
Etwas Bewegte Achtel
Bewegt
Zart Bewegt
Langsam, Marcia Funebre
Sehr Langsam
Zart Bewegt

Anton Bruckner: 7. Sinfonie E-Dur
Allegro moderato
Adagio. Sehr feierlich und sehr langsam
Scherzo. Sehr schnell
Finale. Bewegt, doch nicht schnell

Das Orchester der Musikhochschule Trossingen hat in den letzten Jahren das Muikprogramm in Sigmaringen sehr bereichert. Mit dem Repertoire großer Orchesterwerke erlebt das Publikum großartige Musik nicht nur im klassischen Bereich, sondern auch Musik der Gegenwart. Weberns sechs Orchesterstücke erreichen in der freien Tonalität eine besondere Klangfarbe, die gerade den Schrecken der beiden Weltkriege in dramatischer Weise auszudrücken versteht.

Die Uraufführung der "Sechs Stücke für Orchester" löste 1913 im Wiener Musikvereinssaal einen Skandal aus: Für das Werk, dessen längster Satz 4 Minuten dauert und der kürzeste keine 50 Sekunden, hatte Webern einen riesenhaften Orchesterapparat auf die Bühne bemüht, der dazu nicht ein einziges Mal in vollem Tutti agierte! Zu kammermusikalischen Gruppen aufgelöst, wird im Orchester keinerlei motivische Arbeit oder Entwicklung erkennbar - die Musik besteht im Wesentlichen aus in sich abgeschlossenen, kürzesten Motiven und solistischen Linien. Dies entspricht Weberns Ansicht: "Wenn ein Motiv einmal gesetzt ist, drückt es alles aus, was in ihm enthalten ist; es muss etwas Neues darauf folgen." Trotz oder gerade wegen ihrer Knappheit offenbaren die atonal gehaltenen "Sechs Stücke" in jedem ihrer charakterlich völlig eigenen Teile eine ungeheure Expressivität und Ausdrucksstärke.

Bruckners 7. Sinfonie, das Ludwig II. von Bayern gewidmete Werk, wurde uraufgeführt 1884 in Leipzig. Es war ein Erfolg und schon bald nach der Uraufführung trat die Sinfonie einen Siegeszug durch die Musikzentren Europas und Amerikas an. Die Themen erinnern stark an die Musik Richard Wagners, dessen Tod er während des Komponierens erfahren hatte und die Coda des 2.Satzes bildet die Trauermusik für den von Bruckner so verehrten Meister. Das rhythmisch prägnante Scherzo in a-moll (3/4-Takt) hat dämonischen Charakter. Das schnelle rhythmische Grundmotiv dieses Satzes umrahmt das lyrische Stimmungsbild des Trios. Das Finale ist bis zum Schluss äußerst dramatisch gestaltet und endet mit dem Haupthema des 1.Satzes im Fortissimo des Orchesters.

Sebastian Tewinkel, mit ersten Preisen bei Dirigierwettbewerben ausgezeichnet und ECHO-Klassik Preisträger, seit 2015/16 GMD und Chefdirigent der Neubrandenburger Philharmonie, ist auch in Sigmaringen kein Unbekannter. Mit seiner detailgenauen Probenarbeit und seinem elegant lebendigen Dirigat wird er die jungen Musiker wieder zur Höchstleistung führen und das Publikum begeistern.

Kartenvorverkauf: Hofbuchhandlung Liehner, Sigmaringen, 07571/74780
www.reservix.de, Ticket-Hotline 1806 700 733
Einzelkarten: € 22 / 17; für Mitglieder € 20 / 15; Studenten € 12/10
Schüler bis 14 Jahre frei

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